Urheberrecht gelten auch in der Marktforschung. Fallbeispiele aus eigener Praxis.

     Ideen sind nicht schützbar. Dennoch haben auch AuftragnehmerInnen Rechte!
 

1. Fragebögen 

Fragebögen sind im allgemeinen nicht schützbar. 

Anders kann es aussehen, wenn darin schwierige Fragestellungen grafisch-didaktisch und
originell aufbereitet werden, sodass InterviewerInnen dadurch erst in die Lage versetzt werden, 
sich selbst und die Befragten durch das Programm zu führen. 

Ein Beispiel war meine Abfrage anhand erinnerter Wege zur Erhebung von Daten für die 
Messung der Reichweiten von Plakatanschlagstellen. Hierfür hat die ag-ma im Jahre 2003 
schließlich Urheberschutz anerkannt.
 

2. Analysen, Gutachten, Texte

Derartige Auftragsarbeit soll der AuftraggeberIn i. a. einen Wissensvorsprung sichern. Es ist selbstverständlich, dass seitens der AuftragnehmerIn ohne Absprache keine Inhalte aus dieser (bezahlten) Arbeit weitergegeben oder publiziert werden dürfen. 

Ebenso selbstverständlich ist es aber, dass die AuftraggeberIn eine solche Arbeit nicht unter eigenem Namen publizieren darf. Wird dies dennoch getan, handelt es sich um ein Plagiat. Ein Beispiel hierfür ist der Beitrag in der ag.ma-Schriftenreihe Band 18, ab Seite 57. Siehe hierzu 
Rubrik Veröffentlichungan auf vorliegender Homepage. 

3. Formeln und Anweisungen zur Auswertung 

Formeln und Anweisungen sind a priori ebenfalls nicht schützbar. 

Anders kann es sich verhalten, wenn man über die Art von deren Verwendung vor Auftragserteilung rechtlich gut abgesicherte Vereinbarungen getroffen hat. Der Nachweis, dass Formeln und An- weisungen widerrechtlich benutzt wurden, ist jedoch extrem diffizil zu führen. Es ist im Streitfall auch schwierig, einen Rechtsanwalt zu finden, der sich auf diesem Terrain in erforderlicher Weise auskennt. Zudem ist es unwahrscheinlich, auf Seiten des Gerichts auf einschlägige Kompetenz zu stoßen. 


  Für den Fall, dass Sie sich zum Urheberrecht gründlicher informieren, z. B. einen 
  eigenen Fall prüfen wollen, empfehle ich als Literatur:

  a)  Originaltext des UrhR, z. B. bei Beck-Texte dtv

  b)  Sekundär-Literatur , z. B. 

          Meine Rechte als Urheber
          Urheber- und Verlagsrecht
          Von Gernot Schulze
          Deutscher Taschenbuch Verlag

                                                                                                     Letztes Update  7. Juli 2008